Fahrzeuge von 1985
Fahrzeuge von 1985
Mannschaft ca. 1985
Mannschaft ca. 1985

Brand der Herzogstandhäuser am 19.11.1990

Am 19. November 1990 wurde die Feuerwehr Kochel a. See zu einem Brand in der Küche des Herzogstandhauses um 23.23 Uhr alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch keiner, daß dieser Einsatz eine der hilflosesten Aktionen in der Feuerwehrgeschichte Kochels werden soll. Resultat der verschiedenen Umstände, die hier zusammen getroffen sind.
Der Hausmeister war allein auf dem Herzogstandhaus und hatte einen Kachelofen eingeheizt. Schon am Nachmittag soll angeblich Rauch an Kaminnähe des Ofens herausgequollen sein, weil irgend etwas defekt war. Erst acht Stunden später alarmierte er die Feuerwehr. Als ca. zwei Minuten nach Alarmierung die ersten beiden Fahrzeuge der FFK ausrückten und
16 Minuten später an der Herzogstandbahn ankamen, mußte der Einsatzleiter feststellen, daß keine Sessel an der Seilbahn waren, weil diese gerade in Revision gegangen war.
So mußten sich die Feuerwehrler aus Walchensee und Kochel mit der Materialseilbahn begnügen, die eine Zeit von 20 Minuten hin und zurück brauchte und nur drei Mann ohne schweres Gerät transportieren konnte. In einer Stunde gelangten also nur neun Mann zur Bergstation, wo sie noch etliche hundert Meter zur Einsatzstelle durch den Schnee stapfen mußten. Die ersten drei Kräfte aus Walchensee versuchten mit Feuerlöschern den Brand zu bekämpfen, was aber bald aussichtslos war, denn es brannte bereits durch die Decke in den ersten Stock hindurch.
Hier kam der nächste Umstand zu tragen, daß fast keinerlei Wasser zum Löschen zur Verfügung stand, außer einem Gartenschlauch, der aber nur kurz zu gebrauchen w
ar, weil der Anschluß in der Küche durch das Feuer nicht mehr erreicht werden konnte.
So versuchten die Einsatzkräfte, das Feuer nur auf das Haupthaus zu begrenzen. Dies scheiterte aber an einem ausgebauten Verbindungsgang, durch den sich das Feuer in Windes- Eile fraß und auf das Königshaus übergriff.
Versuche der Bergwacht Kochel mit dem Pinzgauer das Herzogstandhaus zu erreichen, wurden bald wegen der Schneehöhe aufgegeben. Auch an Unterstützung mit Hubschraubern war gedacht worden, aber dies machte die Witterung und die Dunkelheit zu nichte. So mußten 30 Mann zuschauen, wie die Herzogstandhäuser in dieser Nacht bis auf die Grundmauern niederbrannten. So manche schöne Erinnerung und ideelle Werte gingen hier in Rauch auf, weithin sichtbar im ganzen Oberland, mit einem riesigen Feuerschein.